
Von Albacete startet unser nächster Bahntrassenradweg, ähnlich dem nach Teruel. Beide gehören zu den Vìas Verdes, einem Netz aus umfunktionierten Bahnstrecken. Wir müssen jedoch schnell feststellen, dass Vìa Verde nicht gleich Vìa Verde ist. Dieser Weg wirkt viel liebloser gestaltet, als unser erster und verläuft, zumindest heute, eintönig durch Landwirtschaftsgebiete. An zwei Stellen werden wir unerwünschterweise von ein paar Wassersprenklern mitgegossen.
Am Wegrand sind immer wieder Schilder mit der Aufschrift: Coto de Caza. Das haben Spanien und Italien gemeinsam: die unfassbar vielen Jäger und Jagdgebiete.
Pausenplätze sind Mangelware. Der erste kommt nach über 50 km und den nutzen wir dann auch direkt zum schlafen. Beim Kochen, Essen und Zeltaufbauen schlottern wir, denn sobald die Sonne hinterm Berg verschwunden ist, ist es schnell sehr kalt geworden. Trotzdem lassen wir uns das Abendprogramm nicht entgehen. Gespannt sehen wir ein paar Iberiensteinböcken dabei zu, wie sie auf der Suche nach Nahrung am Hang entlang tänzeln. Ihre Trittsicherheit und Körperschwerpunktverlagerung ist beeindruckend.