Angezeigt: 111 - 120 von 218 ERGEBNISSEN
on tour

19.02.2023 – Melides

Heute wurden uns einige größere und kleinere Steine in den Weg gelegt. Zunächst in Form von feinen Sandkörnern, die wohl von den Dünen auf unsere Straße geweht wurden. Schwer bei so tiefem Sand die Kontrolle über das Fahrrad zu behalten, aber Tandi schlägt sich ganz gut. Später quälen wir uns bei einer steilen Schotterabfahrt mit anschließender kleiner Flussüberquerung (natürlich ohne Brücke). Alles auf grobem Gestein, auf dem immer wieder ein Rad wegrutscht. Und als wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern haben, stehen wir im Schafstau… Ganz vorsichtig versuchen wir vorbei zu kommen, ohne die Tiere zu erschrecken, dennoch trennen wir dabei die Herde ungewollt. Am Ende finden sich aber alle wieder und auch bei und wendet sich nach zwei riesigen Stücken Schokokuchen und einem Pastel de Nata alles zum besseren 😉
Naja… ansonsten ist heute Faschingsbeginn in Portugal und wir sind froh die Algarve – Hochburg der Festlichkeiten – bereits hinter uns gelassen zu haben.

on tour

18.02.2023 – Vila Nova de Milfontes

Das Wetter-Hoch hält an. Schon beim Aufbruch um 10 Uhr, brauchen wir nur noch kurze Hosen und ein T-Shirt. Wir werden doch nicht den Winter überstanden haben? Viel wärmer braucht es für ein angenehmes Reiseklima eigentlich nicht zu werden.
Im ersten Ort kaufen wir Wasser, denn aus den Leitungen kommt Chlorwasser, welches uns sehr schwer über die Lippen geht, auch wenn es unbedenklich sein soll. Außerdem finden wir im Laden ein Süßkartoffel-Honig-Gebäck. Es verbindet das Beste vom Lebkuchen und Softcookies. Generell scheint die Süßkartoffel hier einen hohen Stellenwert zu haben. Es gibt ein extra Museum sowie ein jährliches Festival zu Ehren dieses Gemüses.

on tour

17.02.2023 – Aljezur

Heute holen wir die gestern liegen gelassenen Kilometer zum Teil wieder auf. Hier an der Westküste herrscht gerade ein sommerliches Hoch. Die Nächte haben die absolute Komforttemperatur für unser Zelt-Setup und tagsüber werden die 20°C geknackt. Vorm Supermarkt spricht uns ein Ehepaar an. Sie sind gerade in Portugal, um ihren Sohn und dessen Freundin zu besuchen, die genau wie wir mit dem Tandem aus Deutschland zu einer Radreise aufgebrochen sind – kaum zu glauben!!!
Auf unserem heutigen Zeltplatz riecht es leicht nach Menthol. Den Grund erkennen wir überrascht etwas später: überall um uns herum erheben sich Eukalyptusbäume! Leider finden wir heraus, dass das schöner klingt als es ist. Eukalyptus ist hier nicht heimisch, sondern wird aufgrund seiner Eigenschaft sehr schnell zu wachsen, systematisch für Portugals Papierindustrie gepflanzt. Durch seine invasive Art verdrängt er jedoch Stück für Stück die ursprünglichen Bäume wie z.b. die Korkeiche. Und es gibt noch ein Problem: Eukalyptus brennt wegen seiner ätherischen Öle extrem gut und ist schwer löschbar. Es gab schon einige riesige Brände, die auf die Eukalyptusmonokulturen zurückzuführen sind und viele Menschen ihr Leben oder ihre Heimat gekostet haben. Alles für die Wirtschaft…
Heute brennt es zum Glück nicht, im Gegenteil beginnt es sogar leicht zu regnen, sobald wir eingemümmelt im Schlafsack liegen. Und was gibt es Schöneres als mit dem leisen Prasseln des sanften Regens auf der Zeltplane einzuschlafen, in dem Wissen, dass man trocken bleibt und am nächsten Morgen wieder die Sonne scheint?

on tour

16.02.2023 – Sagres

Die Sonne erwärmt unser Zelt am Morgen und lockt uns sanft in den Tag. Gegen Mittag holen wir mal wieder eine Essensrettertüte ab und bereiten uns daraus direkt einen Snack zu. Es gibt Obst, welches wir zu einem Salat aus Apfel, Birne, Orange, Kiwi und gehackten Nüssen verarbeiten, dazu haben wir noch einige Blätterteiggebäcke bekommen. Durch die Überraschungspäckchen wird unsere Nahrungsaufnahme definitiv abwechslungsreicher und wir müssen nicht mehr so oft Einkaufen gehen.
Wir sind heute tiefenentspannt, genießen die Wärme, sind begeistert vom Blick auf die steilen Klippen und entschließen uns spontan die heutige Strecke zu verkürzen und auf einem früheren Campingplatz zu stoppen. Dort legen wir unser Gepäck ab und machen uns mit leichtem Rad noch mal auf zum Leuchtturm am Cabo de São Vicente – dem (West)ende von Europa. Hier geht es nicht mehr weiter, ab jetzt sind wir also auf dem Heimweg 😉

PS: Für alle die gerne unsere Statistiken verfolgen: höhenmetermäßig haben wir jetzt 5 Mal den Mount Everest erklommen. “Everesting“ nennt man dieses Vergleichen im Radlerfachjargon.

on tour

15.02.2023 – Salema

Wir folgen im groben dem Eurovelo 1, entlang der portugisischen Küste. In etwa einer Woche wollen wir Lissabon erreichen.
Die Stimmung auf dem Tandem ist total ausgelassen heute. Singen, Quatsch machen und Lachen lassen die Etappe rasend schnell vergehen. Wir kommen an einer Wiese vorbei auf der einige Pfeiler mit Storchennestern stehen und fast alle sind belegt – insgesamt bestimmt 50 Paare!
Gegen Ende sehen wir dann noch einen Igel mitten auf der Straße und wir geben ihm Geleitschutz vor den Autos, bis er es auf die andere Seite geschafft hat. Mit etwas Phantasie lässt sich auf dem heutigen Tagesbild auch ein Igel entdecken.
Bald darauf finden wir unseren heutigen Campingplatz. Es gibt 10% Rabatt, weil wir mit dem Fahrrad angereist sind. Der Platz ist riesig und etwas unübersichtlich… Es gibt verschiedene Campingzonen, die durch die Hanglage auf unterschiedlichen Ebenen liegen. Obwohl wir freie Platzwahl haben, finden wir erst nach über einer halben Stunde ein geeignetes Fleckchen. Sowas hatten wir auch noch nie… Nachdem das Zelt endlich steht, kochen wir uns aus allen gesammelten Resten der letzten Tage Nudeln mit Sahne-Käse Soße und einem Topping aus Zwiebeln, Speck und Apfelkompott.

on tour

10.02.2023 – Albufeira

Verglichen mit dem gestrigen Hoch ist die Stimmung heute etwas getrübter. Tino hat Kopfschmerzen, vermutlich von zu viel Buffetkaffee gestern. Glücklicherweise verpassen wir, versunken in unsere eigenen Gedanken, landschaftlich nicht all zu viel. Golfplatz reiht sich an Golfplatz, dazwischen große Eigentumsvillen, Immobilienbüros, Rechtsanwaltskanzleien.
Der Wind drückt gut von hinten, was immer eine Freude ist, allerdings die Suche nach Pausenplätzen erschwert, heute sogar gänzlich misslingen lässt. Letztlich sitzen wir genau in einer zugigen Schneise und schlingen das Essen geradezu herunter, um dem Wind schnellstmöglich wieder zu entfliehen.
Auch auf dem Campingplatz ist die Luft noch stark in Aufruhr, sodass wir unsere Küche im Zelt aufbauen. Dafür müssen wir nur das Innenzelt aushängen und eine Schutzplane ausbreiten. Dann haben wir einen zwar belüfteten, aber Windgeschützten Raum. Wir haben auch schon mal drinnen die Campingstühle aufgebaut, dann wird es richtig bequem. Schon Wahnsinn was man alles auf einem Fahrrad transportieren kann: eine Küche, ein Schlafzimmer, Stühle und die komplette Garderobe, generell offensichtlich alles was man zum Leben braucht und noch ein bisschen mehr 🙂

on tour

09.02.2023 – Olhão

Wir sind seit den ernüchternden Erfahrungen in Italien in keinem Bed and Breakfast mehr untergekommen. Heute ist aber mal wieder ein Frühstück im eh schon günstigen Preis inbegriffen und so gehen wir gespannt in den Essensraum. Ein richtiges Buffet überrascht uns, mit Schinken, Käse, Rührei, Jogurt, Früchten, verschiedenen Müslisorten, Brot zum toasten und heißer Milch und Kaffee aus zwei Spendern. Tino entdeckt Tomatenmarmelade für sich. Eineinhalb Stunden verbringen wir im Schlaraffenland, dann packen wir unser Zeug und machen uns auf den Weg.
Portugal zeigt sich von seiner besten Seite. Warm und sonnig ist es, sodass wir ein Kleidungsstück nach dem anderen in unseren Taschen verstauen. Ganz leicht, frei und willkommen fühlen wir uns!
Bei der Fahrt fallen uns direkt ein paar Unterschiede zu Spanien auf – aber kann das überhaupt sein, so in direkter Grenznähe? Oder spielt uns unser Kopf einen Streich, im Wissen, dass wir das Land gewechselt haben? Gefühlt liegen neue Gerüche in der Luft, die Straßen und Radwege sind wieder etwas schlechter, aber die Umgebung wirkt dafür ursprünglicher, auch abwechslungsreicher innerhalb kürzerer Abstände und und sehr idyllisch. Wenn wir auf Straßen ausweichen müssen, weil der Radweg schlecht passierbar ist, sind die Autofahrer tendenziell nicht mehr ganz so vorsichtig.
Als wir auf dem Campingplatz ankommen und für unter 10€ eine Pazelle bekommen, fragen wir uns, ob auch das Preisniveau gesunken ist.
Aber was wissen wir schon nach einem Tag? Es ist nur ein erster Eindruck und wir bleiben offen, diesen ständig zu erweitern.

on tour

08.02.2023 – Monte Gordo

Unsere Fahrt beginnt wolkig aber trocken. Leider ist die Fußgängerbrücke von Huelva nach Coralles geschlossen, die Brücke daneben ist eine Autovia mit eindeutigen Schildern, dass Fahrräder dort nichts zu suchen haben und der Weg zur nächsten Brücke über den Rìo Odiel würde für uns 20 Extrakilometer nach Norden bedeuten. Wir entscheiden uns für die Autovia, weil moderater Verkehr herrscht und wir heute noch genug Strecke vor uns haben, wenn wir Portugal erreichen wollen. 2 Kilometer später kommen wir schweißgebadet in Coralles an. Hoffentlich wird nicht nach dem illegalen Tandem gefahndet, aber im Zweifel sind wir ja bald nicht mehr im Land 😉
Gegen 11 Uhr beginnt Spanien Niseltränen zu weinen, weil wir uns heute verabschieden werden – zumindest für eine Weile. Als es heftiger wird, bietet uns eine BurgerKing Filiale Schutz (eine Premiere für uns als Paar), in der wir eine erstaunlich gute Erfahrung machen. 9€ für zwei Veggiburger, zwei Salate und was zu Trinken. Und der Regen hat danach auch wieder nachgelassen, sodass es sich deutlich angenehmer fährt. Kurz vor Portugal zieht die Wolkendecke etwas auf und wir bekommen sogar ein paar Sonnenstrahlen ab.
Während wir auf die Fähre über den Rìo Guadiana und damit die Ländergrenze warten, kaufen wir für unser Abendessen ein und dann geht es endlich los. Wir betreten das Schiff in Spanien um 15:00 Uhr und um 14:15 Uhr sind wir in Portugal – verrückt, eine kleine Zeitreise!

on tour

07.02.2023 – Huelva

In Erwartung auf den angekündigten Regen haben wir unsere Regensachen im Schnellzugriff bereit gelegt und uns ein besonders einfaches Mittagessen überlegt. Doch als wir losfahren werden wir von warmen Sonnenstrahlen begleitet und ein kräftiger Rückenwind treibt uns voran. Wir sehen einige wunderschöne Vögel u.a. eine Blauelster, einen Herr Dudek (das Polnisch-deutsch-Lexikon verrät allen Unwissenden den bekannteren Namen) und die obige Steintaube. Auch heute finden wir kein geöffnetes Tor zum Nationalpark, dennoch ist auch der Hauptweg sehr idyllisch und kurzweilig. Die 70 Kilometer rasen nur so unter unseren Rädern dahin und bis zum Etappenende bekommen wir keinen Tropfen Wasser ab. Den Regen hat wohl jemand für uns weggewünscht 😉