Angezeigt: 41 - 50 von 218 ERGEBNISSEN
on tour

28.05.2023 – Kortrijk

Wir frühstücken mit Maxim, dann geht es am Fluss entlang nach Kortrijk. Auf halber Strecke hängen sich vier Rennradler für einige Kilometer in unseren Windschatten und treiben uns ungewollt an. Dabei wollten wir die 20 km heute doch entspannt radeln! Als wir in Kortrijk eintreffen, schallt uns Musik entgegen und dann sehen wir auch schon die vollen Straßen – es ist Flohmarkt, der größte in Flandern. Wir steigen ab und schieben. Weil wir mit Tandi trotzdem kaum voran kommen, versuchen wir über Nebenstraßen auszuweichen, aber vergeblich, wir können dem Trubel nicht entfliehen. Die ganze Stadt ist voll. (Wir werden morgen noch erfahren warum)
Um 14 Uhr treffen wir Jolan und Els in ihrer neuen gemeinsamen Wohnung. Bei der obligatorischen Führung bekommen auch wir richtig Lust eine Wohnung einzurichten.

on tour

27.05.2023 – Wervik

Nachts kamen noch Nathalies Bruder und ihre bereits ausgezogene Tochter, als spontaner Übernachtungsbesuch, von einem Konzert. Also frühstücken wir am Morgen zu sechst. Nach so viel Gastfreundschaft fühlen wir uns wieder sozial aufgeladen und die Reisemotivation steigt. Von Lille führt ein Flussradweg, der die Landesgrenze darstellt, nach Wervik. Gegen Mittag wechseln wir über eine Brücke die Seite und sind in Belgien. Nicht weit vom Fluss wohnt Maxim, den wir über “welcome to my garden“, der belgischen Version von “1nitetent“, kennengelernt haben. Wir können unser Zelt in seinem riesigen Garten aufstellen und abends grillen wir gemeinsam. Wir unterhalten uns über die vielen Gedenkstätten, die wir in den letzten Tagen gesehen haben und Maxim erinnert sich an eine Situation bei einem Besuch in München, bei dem die Sprache auf den Krieg kam und er so viel Scham bei seinen Gegenübern verspürte. Es irritierte ihn, denn ihm als Belgier ist sehr wohl bewusst, dass heute niemand der Deutschen dafür verantwortlich ist. Die Klarheit mit der er das sagt, löst Etwas in uns aus, denn auch unser Gefühl der letzten Tage war irgendwie schuldbehaftet. Zum Beispiel hat es sich besser angefühlt, uns beim Besuch der Kriegsdenkmäler nicht auf deutsch miteinander zu unterhalten. Es scheint in der deutschen Kultur festzusitzen und es ist fraglich wie gerechtfertigt das noch ist.

on tour

26.05.2023 – Lille

Am Morgen trinken wir gemütlich Tee. Als wir uns gerade verabschieden, kommen noch die Eltern von Simon mit denen wir uns auch noch kurz unterhalten.
Heute haben wir nochmal 60 Kilometer mit Gegenwind vor uns, bevor sich unsere Routenplanung streckenmäßig deutlich entspannt und wir am 29.05. Jolan und Els in Belgien treffen.
Gegen Mittag fahren wir an einem Imbiss vorbei, der gerade schließt. Die Besitzerin schenkt uns die letzte, übriggebliebene Portion Pommes – ein willkommener Snack zwischendurch.
Als wir ziemlich erschöpft in Lille ankommen, sind wir so dankbar, als wir wieder in ein gemütliches Zimmer einquartiert werden und uns erstmal frisch machen können. Danach werden wir zu einem typisch ausführlichen französischen Abendbrot eingeladen. Es gibt Oliven und Apfelsaft als Starter, dann Nudeln, eine Käseplatte mit Brot und zum Schluss einen Obstsalat aus Erdbeeren und Kiwi, dazu Mousse au Chocolat. Wir sind die ersten WarmShowers-Gäste von Eric und Nathalie und total auf einer Wellenlänge mit den beiden. Wir erzählen und lachen viel und erst nach 22 Uhr verabschieden wir uns ins Bett.

on tour

25.05.2023 – Arras

Aufgrund des Mangels an Zeltplätzen abseits von der Küste, müssen wir für die nächsten Nächte mal wieder unsere Komfortzone der Zweisamkeit verlassen. Wir schreiben ein paar Franzosen über WarmShowers an und erhalten schnell zwei Zusagen für heute und morgen. Mal sehen was uns diesmal erwartet…
Heute ist bei uns ein geschichtsschwanger Tag. Wir kommen an zahllosen Kriegsfriedhöfen und Denkmälern vorbei. Der zweite Weltkrieg ist hier allgegenwärtig.
Gegen 18 Uhr werden wir von unseren Gastgebern Geraldine und Simon empfangen. Sie haben ein Haus im Grünen und wir bekommen ein eigenes Zimmer mit Bad, wo wir uns staunend niederlassen. Es ist wirklich bei jedem Gastgeber anders! Nach einem kurzen Austausch, verabschieden wir uns sehr früh ins Bett – 8 Tage ohne Pause und mit viel Wind fordern ihren Tribut.

on tour

24.05.2023 – Bray-sur-Somme

Weiter geht es am Wasser entlang – irgendwie sehen wir mehr davon, als auf dem Küstenradweg… Je näher wir Amiens, der nächst größeren Stadt kommen, desto mehr Jogger und Radlergruppen kommen uns entgegen. Vom Fluss wird unser Blick schon von Weitem auf die beeindruckende Kathedrale gelenkt. Gegen mittag fahren wir in Amiens ein. Hier stärken wir uns mit Pizza, bevor wir die weiteren 45 Kilometer in Angriff nehmen. Die Sonne begleitet uns und der Wind kommt uns entgegen der Prognose entgegen, indem er uns weniger entgegen kommt 😉
Später entfernt sich der Radweg von der Somme und führt entlang strahlender Raps- und samtiger Roggenfelder, in die der Wind sanfte Wellen malt. Der Holunder blüht und uns umgibt fantastische Ruhe.

on tour

23.05.2023 – Picquigny

Heute geht es gemütlich an einem Fluss – der Somme – entlang. Mal ist der Weg ordentlich gepflegt, dann wieder überall wild wucherndes Grün. Ab und an verschwinden dünne Flusszweige im angrenzenden, dichten Wald und laden zur Erkundung mit dem Kajak ein. Wir setzen eine Paddeltour auf unsere To-do-Liste der nächsten Wochen.
Etwas später sind wir einige Kilometer von zwei Flussarmen eingeschlossen und alle paar Meter führen von unserem Mittelstreifen Brücken, in allen möglichen Stilen, zu den Grundstücken. Es ist so idyllisch hier! Neben uns segelt, knapp über der Wasseroberfläche, ein Reiher entlang, im Vorbeifahren schrecken wir einen Fasan aus der Uferböschung auf, der mit merkwürdigen lauten protestiert. Zwei Eisvögel kreuzen unseren Weg, wie zwei blaue Blitze, Frösche unterhalten sich am Wasser und einmal “klingelt“ eine Ente für uns zwei Fußgänger zur Seite. In einem leerstehenden Haus bei dem wir Rast machen fliegen ein paar Schwalben durchs Kellerfenster ein und aus. Wir wünschten der Fluss würde nie enden.

on tour

22.05.2023 – Neuville

Der fünfte Tag in Folge mit viel zu starkem Wind… Obwohl wir schon weniger Kilometer pro Tag fahren als angedacht, stecken die Oberschenkel in einem Dauermuskelkater fest. Gut, dass wir ab Morgen unsere Richtung um 90° verändern. Apropos verändern: Das Radwegenetz nimmt heute eine neue Form an. Alle Radkreuzungspunkte sind durchnummeriert und es gibt Wegweiser, die auf alle weiteren Schnittpunke verweisen, die von dort erreichbar sind. Sehr interessant – und das wird uns bald in Belgien wohl noch mal großflächiger begegnen. Gegen Nachmittag werfen wir einen letzten Blick aufs Meer, werden erneut an die finstere Vergangenheit erinnert und sagen: “au revoir“ aber nicht mehr in diesem Jahr!

on tour

21.05.2023 – Criel-Sur-Mer

Wir beschließen für die nächsten zwei Etappen noch mal direkt an der Küste entlang zu radeln, um uns für dieses Jahr vom Meer zu verabschieden. Danach werden wir ins Landesinnere kreuzen und über Belgien und die Niederlande zurück nach Hause fahren! Beschlossen, getan. Es ist immer noch brutal windig, auch bei deutlichen Abfahrten müssen wir weiter pedalieren. Aber wir sehen zumindest die für die Normandie typischen Kalkwände.

on tour

19.05.2023 – Cany-Barville

Wir verlassen Ètretat auf der Touristenpromenade. Es ist wirklich voll und ein langer Menschenzug schlängelt sich vor uns den Berg empor. Wir entfernen uns Richtung Umgehungsstraße, aber da stopfen sich dafür die Autos – völliges Chaos! Es dauert lang, bis wir etwas aufatmen können. Aber wir haben erst mal genug von der engen, hochfrequentierten und vor allem windigen Küste und wechseln auf einen kreuzenden Bahndamm-Radweg, der uns ein paar Kilometer ins Landesinnere führt. Dem Fluss La Valmont auf der “Vèloroute du Lin“ durch grüne saftige Natur folgend, beruhigen sich unsere Nervensysteme schnell wieder und spätestens als wir auf einem super gemütlichen Campingplatz landen, wissen wir, dass es die richtige Entscheidung war.